ANBAU UND ERNTE

Der Kaffeebaum ist immergrün. Er wächst in über 70 Ländern mit entsprechenden Klimata und Höhenlagen. Die Bäume benötigen gute Pflege und etwa drei bis fünf Jahre, bis sie erstmals blühen und Früchte – die Kaffeekirschen – tragen.

 

Die bei der Ernte gepflückten Kaffeekirschen enthalten jeweils zwei Samen, die zu Kaffeebohnen aufbereitet werden. Die wichtigsten kommerziell angebauten Kaffeebaumsorten sind Arabica und Robusta. Robustas sind ertragreich, schädlings- und krankheitsresistent und tragen rustikal schmeckende Kaffeekirschen. Sie werden aus Stecklingen gezogen, die zunächst in der Pflanzschule herangezogen werden, bevor man sie schließlich auspflanzt. Arabica-Bäume werden aus Samen gezogen und tragen Kirschen, die als geschmacklich hochwertiger eingestuft werden als die von den Robusta-Bäumen. Die Samen werden aus den reifen Kirschen gesunder Arabica-Bäume (»Mutterbäume«) gewonnen und zum Keimen eingepflanzt. Kirschhaut und Fruchtfleisch werden zuvor entfernt, die Pergamenthaut um den Samen bleibt erhalten. Der Sämling wächst in neun Monaten zu einem Jungbaum mit 12 bis 16 Blättern heran. Dieser Setzling wird dann ausgepflanzt. Der Baum darf mindestens drei Jahre heranreifen und wird täglich gewässert, bis er zum ersten Mal blüht.

Die Blüten wachsen zu Kaffeekirschen heran. Diese reifen am Zweig und ändern ihre Farbe, bis sie erntereif sind. Die besten und qualitativ hochwertigsten Kirschen wachsen im Schatten oder unter einer Wolkendecke. Nahe dem Äquator werden ideale Temperaturen nur in größeren Höhen erreicht.

Jede Kirsche enthält zwei Samen, die erst nach ihrer Aufbereitung als »Kaffeebohnen« bezeichnet werden. Sie liegen mit ihrer flachen Seite zueinander. Ganz selten wird nur ein Samen befruchtet und wächst ohne Gegenpart oval heran. Diese erbsenförmigen Samen werden Perlbohnen genannt.

 

Das Kaffeebuch

Anette Moldvaer

© Dorling Kindersley Verlag GmbH, München, Mai 2015