Arten und Sorten

Genau wie die Gewächse von Wein und Hopfen hat auch der Kaffeebaum, an dem die Kaffeekirschen wachsen, verschiedenste Arten und Sorten.

 

Kaffeearten

 

Die Gattung Coffea ist ein blühender Baum. Da die Wissenschaft immer neue Arten entdeckt, entwickelt sich die Klassifizierung ständig weiter. Niemand weiß genau, wie viele Arten existieren; bisher konnten 124 Coffea-Arten identifiziert werden – vor 20 Jahren kannte man noch nicht einmal halb so viele.

Wild wachsende Coffea-Arten finden sich vorwiegend in Madagaskar und Afrika, aber auch auf den Maskarenen, Komoren, in Asien und Australien.

Nur die Arten C. arabica und C. canephora (allgemein Arabica und Robusta genannt) werden großflächig für den kommerziellen Gebrauch angebaut. Sie stellen rund 99 Prozent der weltweiten Produktion. Man vermutet, dass C. arabica an der Grenze von Äthiopien zum Südsudan aus einer Kreuzung aus C. canephora und C. eugenioides hervorging. Einige Länder bauen für den heimischen Markt auch kleine Mengen C. liberica und C. excelsa an.

 

Arabica- und Robusta-Sorten

 

Es gibt viele Kultursorten der Arabica. Die Chronik ihrer Verbreitung um die Welt ist unvollständig und teils widersprüchlich, aber von den tausenden in Äthiopien und im Südsudan heimischen Sorten verließen nur wenige den Kontinent. Sie gelangten zuerst in den Jemen und von dort aus in andere Länder.

Man bezeichnete diese Bäume allgemein als Typica – »gewöhnlichen« Kaffee. Die auf Java gepflanzten Typica-Bäume sind die genetischen Vorfahren jener Bäume, die weltweit Verbreitung fanden. Bourbon, ebenfalls eine der frühesten bekannten Sorten, entstand durch Mutation einer Typica, die zwischen Mitte des 18. und Ende des 19. Jh. auf La Réunion (damals Île Bourbon) auftrat. Heute sind die meisten Sorten natürliche Mutationen oder Mutationszüchtungen der beiden Sorten. Coffea canephora stammt aus Westafrika. Sämlinge aus Belgisch-Kongo wurden auch auf Java angepflanzt. Von dort aus verbreitete sie sich in fast alle Arabica anbauenden Länder. Es gibt verschiedene Sorten dieser Art, sie werden aber gemeinhin alle schlicht als Robusta bezeichnet. Zudem wurden Arabica und Robusta gemeinsam angepflanzt, um neue Sorten zu schaffen. Aussehen und Aroma von Kaffee werden von vielen Faktoren beeinflusst, wie Bodenbeschaffenheit, Sonne, Niederschläge, Wind, Schädlinge und Krankheiten. Viele Sorten sind genetisch ähnlich, tragen regional aber völlig unterschiedliche Namen. Dies macht es schwer, die Verbreitung von Arabica und Robusta genau abzubilden.

 

Das Kaffeebuch

Anette Moldvaer

© Dorling Kindersley Verlag GmbH, München, Mai 2017